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KI-Funktionen für Barrierefreiheit in Smartphones und Computern: Unterstützung bei der Arbeit

KI-Technologien

Bericht | Überblick

Dieser Beitrag bietet einen Überblick über KI-gestützte Funktionen für Barrierefreiheit in gängigen Betriebssystemen und diskutiert ihren Nutzen für Menschen mit Behinderungen im Arbeitsalltag.

KI-Funktionen für Barrierefreiheit: Eine Begriffsklärung

Viele marktreife KI-gestützte Assistenztechnologien, die im Technologie-Monitor von KI-Kompass Inklusiv aufgelistet sind, sind eigenständige Technologien oder Apps und Software von Dritt-Anbietern. Das heißt: Man muss sie extra kaufen oder installieren.

Einige KI-Funktionen für Barrierefreiheit sind jedoch schon in Smartphones und Computern enthalten; kostenlos und ohne Installation. Viele Menschen kennen diese Funktionen unter dem englischen Wort „Accessibility-Features“. „Accessibility“ bedeutet auf Deutsch Barrierefreiheit und „feature“ bedeutet Funktion. Dieser Bericht zeigt, welche Funktionen das sind und stellt die Frage: Wie können diese Funktionen und Apps den Arbeitsalltag von Menschen mit Behinderungen unterstützen?

Was sind KI-Funktionen für Barrierefreiheit?

Mit KI-Funktionen für Barrierefreiheit sind hier Funktionen von Geräten wie Smartphones, Tablets oder Computern sowie von Software gemeint, die Menschen mit Behinderungen

  • die Bedienung ihrer Geräte und Programme ermöglichen sollen,
  • die Bedienung ihrer Geräte und Programme erleichtern sollen,
  • oder Barrieren im Alltag abbauen sollen.

KI-Funktionen für Barrierefreiheit sind in die Betriebs-Systeme von Smartphones und Computern integriert. Sie müssen oft nur noch aktiviert werden.

Funktionen werden dann KI-Funktionen für Barrierefreiheit genannt, wenn darin KI-Methoden vorkommen. Mehr dazu steht in der nächsten Infobox.

KI-Funktionen für Barrierefreiheit können zum Beispiel eine Sprachausgabe oder eine Diktierfunktion sein:

  • Mit einer Sprachausgabe muss man nicht alle Texte auf dem Bildschirm lesen, sondern kann sie sich anhören. Heute verwenden viele Sprachausgaben eine KI-Stimme. Manchmal erkennt eine KI-Technologie Inhalte (zum Beispiel Buttons oder Bilder) auf dem Bildschirm automatisch und liest sie vor oder beschreibt sie.
  • Mit einer Diktierfunktion muss man einen Text nicht schreiben. Es reicht, etwas zu sagen, und es wird automatisch in einen Text mit der richtigen Grammatik und Rechtschreibung umgewandelt. Die Sprache wird fast immer mit einem KI-System erkannt.

Diese Funktionen sind nicht perfekt, und sie können fehlerhaft sein. Sie können aber praktisch für viele Menschen mit oder ohne Behinderung sein. Zum Beispiel für Menschen, die nicht gut sehen, lesen oder schreiben können. Oder für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, die das Display nicht berühren können.

Es gibt noch viele weitere Funktionen für Barrierefreiheit ohne KI-Methoden: Zum Beispiel Farbfilter für den Bildschirm, größere Schrift, eine Bildschirmlupe oder ein Blitzlicht, das einen Klingelton ersetzt oder ergänzt. Ein Fokusmodus oder vereinfachte Menüs können Menschen beim Konzentrieren auf eine Aufgabe helfen. Dieser Artikel stellt aber nur Funktionen mit KI-Methoden vor.

Wie hat das Projektteam die Recherche zu den KI-Funktionen für Barrierefreiheit durchgeführt?

Das Projektteam von KI-Kompass Inklusiv hat recherchiert, welche KI-Funktionen für Barrierefreiheit es schon gibt. Diese Funktionen wurden gesammelt, aber nicht getestet. Danach hat das Team die Mitglieder unseres Begleitgremiums gefragt, inwiefern diese Funktionen sie bei der Arbeit unterstützen können. Im Begleitgremium sind Menschen mit Behinderungen, die in Berufsbildungswerken, Berufsförderungswerken und Werkstätten für behinderte Menschen in Deutschland arbeiten. Sie treffen sich viermal im Jahr und beraten das Projekt KI-Kompass Inklusiv zu seiner Arbeit.

Zunächst hat das Team Funktionen in den Betriebs-Systemen angeschaut, die die meisten Menschen nutzen. Laut einer Statistik waren das Windows, macOS, und Linux bei Computern (weltweit im Jahr 2025, Statcounter, zitiert nach Statista, 2025). Bei Smartphones waren das Android und iOS (Deutschlandweit im Jahr 2025, Statcounter, zitiert nach Statista, 2025).

Um den Stand von April 2025 abzubilden, hat das Team die neuesten Betriebs-Systeme untersucht:

  • Windows 11 mit Copilot
  • macOS 15 Sequoia
  • Android 10 und höher
  • iOS 18

Außerdem hat das Team geprüft, welche KI-Funktionen für Barrierefreiheit in Programmen für Video-Konferenzen und Zusammenarbeit enthalten sind. Dafür hat das Team folgende Programme betrachtet:

  • Microsoft Teams
  • Zoom
  • Google Meet
  • Cisco Webex Meetings

Bei der Recherche wurden weitere KI-Apps für mehr Barrierefreiheit gefunden, die die Betriebs-System-Hersteller Windows, Apple oder Google extra für ihre eigenen Systeme entwickelt haben. Solche Apps nennt man native Apps. Auch sie wurden in die Auflistung unter Funktionen nach Unterstützungsart aufgenommen.

Weil das Projekt „KI-Kompass Inklusiv“ einen besonderen Fokus auf KI-Assistenztechnologien legt, hat das Team geprüft, ob eine Funktion für Barrierefreiheit KI-Methoden benutzt oder nicht.

Wie hat das Projektteam geprüft, ob eine Funktion KI-Methoden benutzt?

Das Projektteam hat die Hersteller-Beschreibung einer Funktion mit einer anerkannten Definition von KI verglichen. Diese Definition stammt von den Forschern Russell & Norvig (2010). Laut Russell & Norvig sind KI-Technologien Systeme, die ihre Umgebung wahrnehmen, Schlüsse ziehen und handeln, um Ziele zu erreichen.

KI-Technologien kann man laut Russell & Norvig in verschiedene Bereiche einteilen (hier stark vereinfacht und als Fähigkeiten formuliert):

  • Problemlösen: Ein KI-System findet Lösungen für komplexe Aufgaben. Zum Beispiel probiert es viele Möglichkeiten aus, bis es die beste Lösung findet.
  • Wissensrepräsentation & Schlussfolgern: Ein KI-System speichert Wissen und zieht daraus Schlüsse. Zum Beispiel erstellt es daraus einen Plan für die nächsten Schritte.
  • Schlussfolgern unter Unsicherheit: Ein KI-System trifft Entscheidungen, auch wenn nicht alle Informationen vorliegen. Zum Beispiel schätzt es ab, was am wahrscheinlichsten richtig ist.
  • Maschinelles Lernen: Ein KI-System lernt aus Daten und Erfahrungen. Zum Beispiel erkennt es Muster und wird durch Übung besser.
  • Wahrnehmen, Kommunizieren & Handeln: Ein KI-Systeme erkennt Bilder, Videos, Töne oder Sprache oder erzeugt selbst Sprache. Außerdem können KI-Technologien zum Beispiel Roboter oder Maschinen in der echten Welt steuern.

Manchmal war es nicht eindeutig, ob eine Funktion für Barrierefreiheit wirklich eine KI-Funktion ist. Zum Beispiel, weil die Hersteller auf ihren Webseiten nicht genug Informationen angegeben haben. Deswegen hat das Team eine Einschätzung angegeben, wie sicher es ist:

  • Sicher: Die Funktion ist KI-gestützt. Die Hersteller haben das geschrieben und wir haben dafür einen Nachweis gefunden.
  • Wahrscheinlich: Die Funktion ist wahrscheinlich KI-gestützt. Die Hersteller haben das nicht genau beschrieben, aber andere Quellen sagen, dass das wahrscheinlich ist.
  • Möglich: Für diese Funktion kann man KI-Methoden verwenden, muss es aber nicht. Wir haben keinen Nachweis gefunden, ob das wirklich eine KI-Funktion ist.

In diesem Beitrag stehen nur Funktionen, von denen das Projektteam sagt: Das sind sicher oder wahrscheinlich KI-Funktionen.

Das Ergebnis der Recherchen

Das Projektteam fand über 170 Funktionen für Barrierefreiheit. Darunter sind 67, die wahrscheinlich oder sicher Methoden von Künstlicher Intelligenz nutzen.

Funktionen nach Unterstützungsart

Im Folgenden sind alle KI-Funktionen für Barrierefreiheit aufgelistet, die wahrscheinlich oder sicher KI-Methoden nutzen. Sie sind nach den Unterstützungsarten Sehen und Lesen, Hören, Sprechen, Steuern sowie Arbeiten und Lernen sortiert.

Per Maus-Klick auf das jeweilige Feld öffnet sich eine Liste mit den KI-Funktionen. Die KI-Funktionen sind nach Betriebs-Systemen geordnet und werden kurz beschrieben.

Die Listen zeigen den Stand der KI-Funktionen von April 2025.

Wie beurteilen Menschen mit Behinderungen die KI-Funktionen für Barrierefreiheit von Smartphones und Computern?

Im Juni 2025 fand ein Workshop mit den Mitgliedern des Begleitgremiums von KI-Kompass Inklusiv statt. Dabei wurden ihnen die KI-Funktionen für Barrierefreiheit vorgestellt. Die Mitglieder diskutierten kritisch, ob und inwiefern ihnen diese schon heute bei der Arbeit oder im Alltag helfen. Außerdem testeten sie gemeinsam drei KI-Funktionen. Dieses Kapitel beschreibt die Ergebnisse des Workshops.

Erfahrungen der Mitglieder des Begleitgremiums mit KI-Funktionen für Barrierefreiheit

Dabei zeigte sich: Die meisten Mitglieder des Begleitgremiums kennen die KI-Funktionen für Barrierefreiheit schon. Die große Anzahl und die Vielfalt der Funktionen hat sie aber überrascht. Einige nutzen häufig die Diktierfunktion und die Sprachausgabe ihres Smartphones. Damit geben sie E-Mails und Nachrichten ein oder hören sich Bildschirminhalte an. Andere nutzen KI-Funktionen für Barrierefreiheit hingegen selten oder noch gar nicht. Sie haben angemerkt, dass Hersteller von Geräten nicht deutlich genug auf die Funktionen hinweisen und erklären, wie sie genutzt werden können. Den Ansatz, KI-Funktionen für Barrierefreiheit in Geräte direkt zu integrieren, bewerten sie als grundsätzlich positiv: Bedienungshilfen ermöglichen beispielsweise auch Menschen mit starken Seh-Beeinträchtigungen niedrigschwellig die Nutzung von Geräten. Ein wesentlicher Vorteil von integrierten Funktionen für Barrierefreiheit ist, dass sie langfristig durch die Hersteller unterstützt werden. Das heißt, dass die Funktionen meistens auch nach einem Update der Software zur Verfügung stehen.

Am Beispiel der Sprach-Eingabe („Funktionen nach Unterstützungsart“ > „Steuern – von Computern“ > „Windows“) wurde jedoch deutlich, dass KI-Funktionen für Barrierefreiheit manchmal nur eine Basis-Unterstützung bieten. Ein Mitglied des Begleitgremiums berichtete, dass es für Sprach-Eingaben auf der Arbeit spezialisierte Produkte von Dritt-Anbietern bevorzuge, weil diese deutlich ausgereifter seien. Ähnlich war es mit der Sprach-Ausgabe. Die Person gab an, lieber einen etablierten Screenreader zu nutzen, als sich auf die in das Betriebs-System integrierte Sprach-Ausgabe zu verlassen.
In der Diskussion wurde auch deutlich, dass einige Bedienungshilfen nicht vollständig barrierefrei umgesetzt sind. Ein Beispiel sind diktierte Nachrichten auf Android-Smartphones: Diese müssen oft nachbearbeitet werden, weil die Funktion keine „Absatz“- Befehle unterstützt. Eine Person aus dem Begleitgremium schloss daraus, dass Hersteller bei der Entwicklung solcher Funktionen nicht immer Menschen mit Behinderungen einbeziehen. Es wurde außerdem vermutet, dass solche KI-Funktionen von den Herstellern hauptsächlich entwickelt werden, um die Produktivität von allen Nutzer*innen zu steigern und dabei Menschen mit Behinderungen nicht immer im Mittelpunkt stehen.

Test von KI-Funktionen für Barrierefreiheit im Begleitgremium

Die Mitglieder des Begleitgremiums testeten drei KI-Funktionen für Barrierefreiheit auf dem Smartphone anhand von Situationen aus dem Arbeitsalltag. Die Kern-Ergebnisse sind hier aufgelistet:

  • Automatische Transkription bei Android:
    Die Mitglieder des Begleitgremiums fanden die Transkriptions-Funktion bei Android nützlich, zum Beispiel für persönliche Gespräche. Ihnen fehlte jedoch eine Unterscheidung der verschiedenen Stimmen im Transkript. Das Trankskript ist ein einziger großer Textblock, ohne Kennzeichnung, wer etwas gesagt hat. Laut Mitgliedern des Begleitgremiums wäre zum Beispiel eine farbliche Markierung für verschiedene Personen hilfreich.
  • Geräusch-Benachrichtigungen bei Android und Geräusch-Erkennung bei iOS:
    Nach Einschätzung des Begleitgremiums funktionierte die Geräusch-Erkennung bei beiden Betriebs-Systemen weitgehend zuverlässig. Im Test wurde zum Beispiel Türklopfen erkannt. Zwischen den Systemen haben die Mitglieder des Begleitgremiums Unterschiede festgestellt: Bei iOS können Nutzer*innen eigene Geräusche festlegen, die erkannt werden sollen. Bei Android gibt es bisher nur eine feste Auswahl an Geräuschen.
  • Die Lupe von iOS zum Vorlesen von Dokumenten und „Point & Speak“ von iOS:
    Die Mitglieder des Begleitgremiums beschrieben die Vorlesefunktion der iOS-Lupe als praktisch, zum Beispiel zum Lernen. Ihnen fehlte jedoch ein Modus, der Dokumente und Tabellen erkennt. Ein Mitglied des Begleitgremiums merkte an, dass die „Point & Speak“-Funktion nicht sonderlich intelligent reagiere. Nach Einschätzung des Begleitgremiums wünsche sich die blinde Community eine Umgebungs-Erkennung in Echtzeit. Ein Mitglied des Begleitgremiums berichtete, dafür bisher den Live-Video-Chat der ChatGPT-App zu nutzen.

Welche Bedeutung haben KI-Funktionen für Barrierefreiheit für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen?

Dieser Beitrag hat gezeigt: Smartphones, Tablets und Computer bieten vielfältige KI-Funktionen für Barrierefreiheit.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Für eine schnelle Übersicht wurden die KI-Funktionen ausgezählt. Die Zahlen zeigen nicht, wie gut die Funktionen sind und wie gut sie sich für Menschen mit Behinderungen eignen. Außerdem sind die einzelnen Funktionen unterschiedlich umfangreich. Einige Funktionen sind sehr spezifisch, andere haben viele verschiedene Teil-Funktionen.

Diagramm zur Veranschaulichung, wie viele Funktionen es gibt. Es gibt 67 Funktionen, die wahrscheinlich oder sicher Methoden der KI nutzen. Viele Funktionen unterstützen das Hören (21) und das Steuern von Geräten (21), seltener wird Arbeiten und Lernen (15), Sehen und Lesen (13) und das Sprechen (7) unterstützt. Hinweis: Einzelne Funktionen können auch bei mehreren Aufgaben unterstützen. Computer (33) und Smartphones (32) bieten ähnlich viele Funktionen, Programme für Video-Konferenzen und Zusammenarbeit weniger (12). Die weit verbreiteten Betriebs-Systeme für Smartphones Android (14) und iOS (18) bieten vergleichbar viele Funktionen wie die gängigen Betriebs-Systeme von Computern macOS (19) und Windows (14).
Abbildung 1: Häufigkeit der KI-Funktionen für Barrierefreiheiheit nach Unterstützungsart, nach Gerät und nach Betriebs-System (Recherche des Projekt-Teams). Die Grafik wurde mithilfe von Claude Sonnet 4.6 erstellt.

Die Auswertung zeigt, dass KI-Funktionen bisher vor allem das Hören und das Steuern von Geräten unterstützen. Auch wenn dieser Beitrag das nicht gesondert zeigt, gibt es zur Unterstützung des Sehens und Lesens schon digitale Lösungen, die ohne KI-Methoden auskommen. Das sind zum Beispiel ein Lesemodus, Vergrößerungen, oder Farbfilter. Die 15 Funktionen zum Arbeiten und Lernen erleichtern oder automatisieren Arbeitsabläufe, zum Beispiel durch Unterstützung beim Schreiben oder durch Zusammenfassungen. Für Menschen mit Lern- oder geistigen Behinderungen kann das bereits hilfreich sein. Gleiches gilt für Sprach-Eingaben und Sprach-Ausgaben. Nur wenige KI-Funktionen unterstützen diese Zielgruppe aber explizit.

Die Diskussion mit unserem Begleitgremium hat gezeigt: KI-Funktionen für Barrierefreiheit können einen ersten Beitrag zur beruflichen Teilhabe leisten, indem sie digitale Barrieren reduzieren. Ihr Vorteil: Sie sind leichter zugänglich als eigenständige, KI-gestützte Assistenztechnologien. Diese müssen extra beschafft, angepasst und in betriebliche IT-Systeme und Prozesse eingebunden werden. Nicht alle Berufe sind aber digital. Einige wenige KI-Funktionen für Barrierefreiheit in Smartphones und Computern helfen zwar auch in der analogen Arbeitswelt, zum Beispiel durch das Erkennen von Texten oder Objekten in der Umgebung. Trotzdem reichen diese allein nicht aus, um alle Barrieren im Arbeitsleben zu überwinden. Dazu kommt, dass sie laut Mitgliedern unseres Begleitgremiums oft nicht so ausgereift sind wie Technologien von Dritt-Anbietern.

KI-Funktionen für Barrierefreiheit und KI-Assistenz-Technologien im Vergleich

Hier kommen KI-gestützte Assistenztechnologien ins Spiel, über die das Projekt KI-Kompass Inklusiv im Technologie-Monitor informiert. KI-Assistenz-Technologien werden als individuelle Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen oder als technische Arbeitshilfe (Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., 2018ab) für barrierefreie Arbeitsplätze in Unternehmen entwickelt. Diese können besser zur Reduktion von Barrieren geeignet sein als KI-Funktionen für Barrierefreiheit von Smartphones und Computern. Zum Beispiel weil Menschen mit Behinderungen die Entwicklung der KI-Assistenz-Technologien mitgestaltet haben und dadurch bei der Nutzung der Technologien weniger Barrieren auftreten. Andere KI-Assistenz-Technologien werden für den Einsatz in Unternehmen entwickelt und können dadurch besser bei betrieblichen Arbeitsprozessen unterstützen.

Ob eine KI-Funktion für Barrierefreiheit ausreicht oder eine KI-Assistenz-Technologie benötigt wird, muss im Einzelfall entschieden werden und hängt von vielen Faktoren ab. Unter anderem auch davon, ob ein KI-gestütztes Hilfsmittel von Menschen mit Behinderungen bzw. eine Arbeitshilfe von Arbeitgebern durch Kostenträger übernommen und beschafft werden kann. In jedem Fall ist es wichtig, über KI-Funktionen für Barrierefreiheit von End-Geräten und KI-Assistenz-Technologien gleichermaßen zu informieren. Daher ist Folgendes geplant: Der
Technologie-Monitor wird erweitert. Er soll dann auch Informationen über die KI-Funktionen für Barrierefreiheit von Smartphones und Computern enthalten.
Abschließend soll deutlich gemacht werden, dass im Technologie-Monitor nicht alle Funktionen systematisch geprüft werden können. Für weiterführende Informationen und detaillierte Testberichte, etwa zu barrierefreien Online-Meeting-Programmen, empfehlen wir die
Veröffentlichungen der BFIT-Bund (Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik, 2024).

Im Wissenspool-Beitrag verwendete Literatur:

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V. (REHADAT). (2018a). Lexikon zur beruflichen Teilhabe: Technische Arbeitshilfen. Abgerufen am 18. Mai 2026, von https://www.rehadat.de/lexikon/Lex-Technische-Arbeitshilfen/

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V. (REHADAT). (2018b). Lexikon zur beruflichen Teilhabe: Hilfsmittel. Abgerufen am 18. Mai 2026, von https://www.rehadat.de/lexikon/Lex-Hilfsmittel/

Russell, S. J., & Norvig, P. (2010). Artificial Intelligence: а Modern Approach. Upper Saddle River.

Statcounter (2025). Marktanteile der führenden Betriebssysteme weltweit von Januar 2009 bis Juli 2025 [Datensatz]. Zitiert nach Statista Research Department. Abgerufen am 22. August 2025, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157902/umfrage/marktanteil-der-genutzten-betriebssysteme-weltweit-seit-2009/

Statcounter (2025). Marktanteile der führenden mobilen Betriebssysteme an der Internetnutzung mit Mobiltelefonen in Deutschland von Januar 2009 bis Juli 2025 [Datensatz]. Zitiert nach Statista Research Department. Abgerufen am 22.08.2025, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/184332/umfrage/marktanteil-der-mobilen-betriebssysteme-in-deutschland-seit-2009/

Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik (BFIT). (2024). Vergleich von Online-Meeting-Plattformen. Abgerufen am 18. Mai 2026, von https://www.bfit-bund.de/DE/Publikation/meetingtool-vergleich.html

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