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KI-gestützte Assistenzsysteme für Menschen mit Behinderungen: praxisnahe Erfahrung und Tools zur Implementierung im Unternehmen

Aus der Praxis

Bericht | Überblick

Dieser Wissenspoolbeitrag gibt Ihnen praxisnahe Einsicht in die Unterstützungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz, sowie wertvolle Erfahrungen, Fragen und Tools für die Implementierung von KI am Arbeitsplatz, um Digitalisierung und KI-Technologien für mehr Inklusion zu nutzen.

Mithilfe von KI-Technologien kann die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Arbeitswelt in vielerlei Hinsicht gestärkt werden: Sie unterstützen Menschen mit Behinderungen am Arbeitsplatz, können Arbeitsprozesse und den Zugang zu wichtigen Informationen erleichtern und sorgen so für mehr Teilhabe am Arbeitsleben und eine inklusivere Arbeitsumgebung. Doch wie lassen sich KI-gestützte Assistenzsysteme am Arbeitsplatz konkret integrieren? Welche Technologien gibt es und wie können sie im Arbeitsprozess unterstützen?

Wie können KI-Technologien am Arbeits- oder Ausbildungsplatz unterstützen?

Die Unterstützungsbedarfe von Menschen mit Behinderungen sind sehr unterschiedlich und hängen von verschiedenen Faktoren ab: zum Beispiel vom jeweiligen Arbeits- oder Ausbildungsplatz, den zu erledigenden Aufgaben sowie der Art und dem Grad der Behinderung.

KI-gestützte Assistenzsysteme können in vielen Bereichen des Arbeits- und Ausbildungsplatzes wertvolle Unterstützung bieten. Sie adressieren verschiedene Arten von Behinderungen. Die Bandbreite der Unterstützung reicht von Navigations- und Orientierungsfunktionen bis hin zu Wahrnehmungshilfen und mehr. Die KI-Technologien können sowohl im Arbeitsprozess selbst als auch beispielsweise bei digitalen Sitzungen, Dokumentationen und in vielen weiteren Situationen eingesetzt werden. KI-gestützte Assistenztechnologien können so zum Beispiel für Menschen mit Sehbehinderungen Texte und Objekte erkennen und beschreiben oder auch Gesten- und Sprachsteuerung für Menschen mit motorischen Einschränkungen übernehmen. Zudem bieten einige KI-Lösungen Unterstützung bei der Kommunikation, so können sie beispielsweise beim Formulieren von E-Mails helfen. Man kann auch Aufgabenstellungen, Projekte und Handlungsabläufe mithilfe von KI-gestützten Assistenztechnologien in einzelne Aufgaben gliedern. Nutzer*innen können diese Anleitungen bei Bedarf mittels eines Endgeräts beliebig oft abrufen, um einzelne Schritte zu überprüfen oder vollständige Anleitungen einzusehen. Dadurch entstehen barrierefreie Anleitungen für komplexe individuelle Arbeitsabläufe. Beispielsweise ist die kostenfreie Webapplikation goblin.tools eine Sammlung kleiner, einfacher Werkzeuge, die hauptsächlich dazu dienen, neurodivergenten Menschen bei Aufgaben zu helfen, die sie als überwältigend oder schwierig empfinden. Konkret bietet goblin.tools zum Beispiel die Funktion „Magischer To-Do“, womit komplexe Aufgaben (wie z.B. Entwicklung einer App, Durchführung einer Inventur im Einzelhandel oder Wartung einer Maschine im Produktionsbetrieb) in einzelne Schritte zerlegt werden.

Ein hilfreiches Werkzeug, um einen Überblick über die verfügbaren KI-Technologien, die Arten der Unterstützung und ihre Funktionsweisen zu erhalten, ist der Technologie-Monitor des Projekts KI-Kompass Inklusiv. Hier können Sie gezielt nach passenden KI-Lösungen filtern und weitere Informationen zu den einzelnen KI-Systemen und der Unterstützungsart finden.

Wie lässt sich beurteilen, ob die Implementierung des KI-gestützten Assistenzsystems sinnvoll ist?

Die Frage, ob der Einsatz eines KI-gestützten Assistenzsystems in bestimmten Situationen am Arbeitsplatz sinnvoll ist, sollte nicht ohne die künftigen Nutzer*innen beantwortet werden. Ihre Perspektiven und individuellen Bedarfe müssen aktiv in den Entscheidungsprozess einbezogen werden, um selbstbestimmte Teilhabe zu gewährleisten

  • Welcher Unterstützungsbedarf ist vorhanden? Wo kann das KI-System unterstützen?
  • Welche zusätzlichen Aufgaben kommen durch den Einsatz von KI-Systemen auf die Nutzer*innen sowie möglicherweise auch auf deren Kolleg*innen zu?
  • Welche Herausforderungen, Risiken und Barrieren bestehen möglicherweise oder werden durch den Einsatz der KI-Technologie neu geschaffen?
  • Wie unterstützt das angedachte Szenario die Inklusion am Arbeitsplatz, beispielsweise die Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderungen?
  • Wie stärkt die KI-Lösung die Selbstbestimmung der Nutzer*innen?
  • Können gegebenenfalls auch Kolleg*innen ohne Behinderungen von der Nutzung der KI-Lösung profitieren?

Auch finanzielle Aspekte und andere Rahmenbedingungen sollten in die Überlegungen einfließen. Das können beispielsweise interne und externe Stakeholder*innen sein, die bei der Anpassung und Einführung der Technologie einbezogen werden sollten.

Der von uns entwickelte kann Ihnen dabei helfen, das spezifische Einsatzszenario genauer einzuschätzen: In sieben Kategorien unterteilt, führt der KI Canvas von der Ausgangssituation mit der angedachten KI-Lösung zur strukturierten Erarbeitung eines Szenarios, das Inklusion, Selbstbestimmung und Teilhabe miteinbezieht.

Der Link führt Sie zum Download vom KI Canvas (PDF, barrierefrei). Download KI Canvas

Die folgende Abbildung zeigt das Schema vom KI Canvas.

Abbildung 1. KI Canvas mit sieben Themenblöcken (Szenario, Aufgaben der KI, Aufgaben der Nutzer*innen, Selbstbestimmung, Inklusion, Herausforderungen, Einführungsprozess) zur strukturierten Beschreibung von KI-Einsatzszenarien am Arbeitsplatz.
Abbildung 1. KI Canvas mit sieben Themenblöcken (Szenario, Aufgaben der KI, Aufgaben der Nutzer*innen, Selbstbestimmung, Inklusion, Herausforderungen, Einführungsprozess) zur strukturierten Beschreibung von KI-Einsatzszenarien am Arbeitsplatz.

Wie und wo kann ich mich mit unterschiedlichen KI-Technologien vertraut machen?

Eine Möglichkeit, sich mit verschiedenen KI-Technologien vertraut zu machen, bieten die Technologie-Demonstrationen des Projekts KI-Kompass-Inklusiv. Diese Veranstaltungen ermöglichen es den Teilnehmer*innen, innovative KI-Anwendungen hautnah zu erleben und fördern den Austausch zwischen Expert*innen, Fachkräften und Nutzer*innen. Sie bauen nicht nur Berührungsängste ab, sondern helfen auch dabei, potenzielle Einsatzszenarien (mithilfe des KI Canvas) der KI-Technologien zu erarbeiten und deren Rahmenbedingungen zu beleuchten. Unter den folgenden Links finden Sie die sowie einen Blogbeitrag zum Thema.

Abbildung 2. Vorstellung einer KI-gestützten Technologie im Rahmen einer Technologie-Demonstration

Weitere praxisnahe Beispiele für die Implementierung von KI-Assistenztechnologien finden Sie in unseren Beiträgen zu unseren Arbeitgeber-Praxislaboren, wo Rehabilitand*innen die Möglichkeit haben, KI-gestützte Assistenzsysteme direkt an ihrem Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu erproben. In Kooperationen zwischen Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation und Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarkts entstehen insgesamt drei Arbeitgeber-Praxislabore mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Unter dem folgenden Link erhalten Sie weitere Informationen zu den Arbeitgeber-Praxislaboren wie beispielsweise ein Erklärvideo.

Wo kann ich mich weiterführend zum Thema beraten lassen?

Das Projekt KI-Kompass Inklusiv bietet Beratungen zu KI-gestützten Assistenzsystemen an. Diese richten sich an Menschen mit Behinderungen, Fachkräfte der beruflichen Rehabilitation und Unternehmen mit dem Ziel, die berufliche Teilhabe durch den Einsatz KI-gestützter Assistenzsysteme zu fördern. Wenn Sie erfahren möchten, wie KI-Technologien den individuellen Arbeitsalltag inklusiver gestalten können und welche Potenziale sie bieten, informieren Sie sich gerne über das .

Auch die Auswahl an praxisnahen Schulungsangeboten des Projekts ist vielfältig: Menschen mit Behinderungen, Rehabilitationsfachkräften sowie Interessierten aus der Wirtschaft bietet KI-Kompass Inklusiv sowohl Online- als auch Präsenzformate an, die bedarfsorientiert und individuell gestaltet werden können. Themen wie KI-Grundlagen, KI-Tools zur Textvereinfachung, KI-Ethik und Datenschutz im Kontext von beruflicher Teilhabe sowie die Technologie-Demonstrationen mit Workshop bilden dabei den aktuellen Fokus. Informieren Sie sich auf dieser Seite zum Schulungsangebot vom Projekt KI-Kompass Inklusiv.

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