Dabei verfolgen sie unterschiedliche Ansätze: Einige erforschen, wie neue Technologien die Arbeitswelt inklusiver machen können. Andere entwickeln konkrete KI-Anwendungen, etwa für barrierefreies Lernen oder Gebärdensprachübersetzung. Wieder andere schaffen Strukturen, in denen Innovationen entstehen, geprüft, verbreitet oder standardisiert werden können.
Im Folgenden stellen wir sechs internationale Projekte und Organisationen vor, die unterschiedliche Wege aufzeigen, KI für mehr Inklusion nutzbar zu machen.
SignGPT – KI für Gebärdensprache und barrierefreie Kommunikation
Das britische Forschungsprojekt SignGPT, wird von der University of Surrey gemeinsam mit der University of Oxford, dem Deafness Cognition and Language Research Centre am University College London, sowie Vertreter*innen der Deaf Community entwickelt. Ein Large Language Model (LLM), das auf die Bedürfnisse der Gehörlosengemeinschaft zugeschnitten ist und zwischen Gebärden- und Lautsprache übersetzen kann.
SignGPT ist aus inklusiver Perspektive besonders relevant, da Gebärdensprachen über eine eigene Grammatik und sprachliche Struktur verfügen und nicht lediglich eine visuelle Form gesprochener Sprache sind.
Gerade deshalb wirft das Projekt wichtige Fragen auf: Wie kann KI Gebärdensprache korrekt und respektvoll abbilden? Wie wird verhindert, dass Übersetzungstechnologien an der Lebensrealität gehörloser Menschen vorbeigehen? Und wie kann die Deaf Community aktiv in Forschung und Entwicklung eingebunden werden?
SignGPT verdeutlicht, welches Potential KI für barrierefreie Kommunikation bieten kann, vorausgesetzt technologische Entwicklung wird eng mit sprachlicher, kultureller und ethischer Expertise verknüpft.
(Mehr Informationen zu SignGPT auf der Projektwebsite)
EN-AI-BLE – KI-gestütztes Lernen in der beruflichen Bildung
Das europäische Erasmus+-Projekt EN-AI-BLE beschäftigt sich mit inklusiver beruflicher Bildung für Menschen mit geistigen Behinderungen. Ziel ist es, ein KI-gestütztes Lernökosystem zu entwickeln, das barrierefreie, praxisnahe und individuell anpassbare Lernangebote ermöglicht. Zum Einsatz kommen digitale Lernwerkzeuge, Trainingsressourcen, ein KI-gestütztes Self-Assessment-Tool und Micro-Credentials zur Dokumentation erworbener Kompetenzen. Damit sollen Lernfortschritte sichtbar gemacht und Kompetenzen besser anerkannt werden.
Der fachliche Schwerpunkt liegt auf beruflichen Fähigkeiten im Bereich Elektronik. So unterstützt das Projekt Menschen mit Lernschwierigkeiten beispielsweise beim Erwerb praktischer Elektronikkenntnisse und verbessert so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ihre aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Mithilfe innovativer digitaler Werkzeuge und Micro-Credentials schafft EN-AI-BLE neue Möglichkeiten für inklusives und flexibles Lernen.
EN-AI-BLE zeigt damit sehr konkret, wie KI in der beruflichen Bildung nicht als Ersatz für pädagogische Begleitung, sondern als Unterstützung für personalisierte Lernwege, barriereärmere Materialien und bessere Orientierung im Lernprozess eingesetzt werden kann. Für die berufliche Teilhabe ist dieser Ansatz besonders relevant, da Qualifizierung und Zugang zu Bildung wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einstieg in den Arbeitsmarkt sind.
(Mehr Informationen zu EN-AI-BLE auf der Projektwebsite)
NewWorkTech – Technologien für eine inklusivere Arbeitswelt
Das europäische Forschungsprojekt NewWorkTech untersucht, wie Technologien die Arbeitsfähigkeit und berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen verbessern können. Wie verändern digitale und KI-gestützte Technologien berufliche Aufgaben? Welche Rolle spielen assistive Technologien im Arbeitsalltag? Und wie können Menschen mit Behinderungen ihre Erfahrungen in die Entwicklung neuer Lösungen einbringen?
Das Projekt betrachtet Menschen mit Behinderungen entsprechend nicht nur als Zielgruppe, sondern als wichtige Expert*innen für die Entwicklung neuer Technologien. Schließlich sind sie diejenigen, die diese Lösungen im Arbeitsalltag nutzen und deren Praxistauglichkeit am besten beurteilen können.
Mit seinen Forschungsergebnissen liefert NewWorkTech wichtige Impulse für die Frage, wie KI und andere digitale Technologien nicht nur bestehende Aufgaben erleichtern, sondern Arbeitsumgebungen insgesamt inklusiver gestaltet werden können.
(Mehr Informationen zu NewWorkTech auf der Projektwebsite)
Zero Project – weltweiter Blick auf innovative Lösungen
Das Zero Project mit Sitz in Wien sammelt und verbreitet weltweit innovative Lösungen für Menschen mit Behinderungen. Dabei geht es nicht ausschließlich um Künstliche Intelligenz, sondern insbesondere um Barrierefreiheit, assistive Technologien, inklusive Bildung, Beschäftigung, selbstbestimmtes Leben und politische Rahmenbedingungen.
Über Awards, Konferenzen, eine internationale Datenbank und Formate wie das Technology Forum bringt das Zero Project unterschiedliche Akteurinnen und Akteure zusammen: Forschung, Unternehmen, Politik, Zivilgesellschaft und Menschen mit Behinderungen. Dadurch entsteht ein globaler Überblick über erprobte Ideen und Ansätze sowie deren Potential für den Einsatz in anderen Ländern oder Kontexten.
(Mehr Informationen zum Zero Project auf der Projektwebsite)
myAbility und der Accessible Technology Incubator Austria – Ökosystem für inklusive Innovation
Ähnlich wie KI-Kompass Inklusiv in Deutschland, unterstützt myAbility in Österreich Unternehmen bei den Themen inklusive Beschäftigung, Barrierefreiheit, Recruiting, Beratung und Weiterbildung. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie Organisationen Inklusion nicht nur als soziales Ziel, sondern auch als Bestandteil nachhaltiger Unternehmensentwicklung verstehen können.
Ergänzend dazu unterstützt Access Austria mit dem Accessible Technology Incubator Austria Start-ups und Unternehmen, die barrierefreie Produkte oder Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen entwickeln. Dazu gehören Beratung, Vernetzung, Mentoring, Marktkenntnis sowie Usability- und Accessibility-Tests.
Dieser Ansatz ist besonders interessant, weil er nicht nur einzelne Technologien betrachtet, sondern das Umfeld, in dem Innovationen entstehen können. Gute Ideen brauchen Fachwissen, Nutzer*innen, Tests, Netzwerke und Zugang zu Märkten. Der Incubator zeigt, wie die Entwicklung barrierefreie Technologien von Beginn an begleitet werden kann, damit Produkte und Dienstleistungen besser auf die tatsächlichen Bedarfe von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet sind.
(Mehr Informationen zu myAbility auf der Projektwebsite und zum Projekt Accessibla Technology Incubator Austria auf der Website des Projekts)
Internationale Fernmeldeunion ITU – internationale Standards für digitale Barrierefreiheit
Die Internationale Fernmeldeunion (kurz ITU) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Informations- und Kommunikationstechnologien. Sie engagiert sich weltweit unter anderem für digitale Teilhabe und Barrierefreiheit im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT).
Für KI und Inklusion ist die ITU insbesondere deshalb relevant, weil digitale Barrierefreiheit nicht allein von einzelnen Anwendungen abhängt. Entscheidend sind auch gemeinsame Standards, zugängliche Infrastrukturen, rechtliche Rahmenbedingungen und internationale Zusammenarbeit. Je stärker KI-Systeme, digitale Dienste und assistive Technologien in Arbeit, Bildung und Alltag eingesetzt werden, desto wichtiger wird es, Barrierefreiheit und Zugänglichkeit von Beginn an mitzudenken.
(Mehr Informationen zur internationalen Fernmeldeunion auf der Organisationswebsite)
Fazit: Internationale Perspektiven stärken den Blick auf Künstliche Intelligentz und Inklusion
Die sechs Beispiele zeigen, wie unterschiedlich internationale Projekte und Organisationen an der Schnittstelle von KI, Barrierefreiheit und Inklusion arbeiten. Einige erforschen, wie Arbeit und berufliche Teilhabe durch Technologien verändert werden. Andere unterstützen die Entwicklung konkreter KI-Anwendungen für Bildung, Kommunikation und Teilhabe von Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen. Wieder andere schaffen Netzwerke, Standards oder Unterstützungsstrukturen, damit Innovationen verantwortungsvoll entstehen und breiter nutzbar werden.
Internationale Projekte können wichtige Impulse geben, auch für die Frage, wie KI in Deutschland inklusiver gestaltet und in der beruflichen Teilhabe sinnvoll eingesetzt werden kann.
Trotz ihrer unterschiedlichen Ansätze verbindet die Projekte eine zentrale Erkenntnis: KI kann Teilhabe unterstützen, wenn sie bedarfsorientiert, barrierefrei und gemeinsam mit den Menschen entwickelt wird, die sie nutzen sollen.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell durch das Projektteam geprüft.