zum Hauptinhalt springen

Das Arbeitgeber-Praxislabor Hochfranken

Gruppenfoto der Teilnehmenden vom Kick-Off des Arbeitgeber-Praxislabors Hochfranken
Kick-Off Treffen des Arbeitsgeber-Praxislabors Hochfranken; Quelle: BV BFW

Was passiert im Arbeitgeber-Praxislabor Hochfranken?

Im September 2024 startete das erste Arbeitgeber-Praxislabor des Projekts KI-Kompass Inklusiv – eine Kooperation mit der Diakonie Hochfranken. Im Mittelpunkt dieses Arbeitgeber-Praxislabors steht ein Chatbot, den die IT-Auszubildenden gemeinsam mit ihren Ausbildenden entwickelten und erproben. Durch interaktive Frage-Antwort-Gespräche hilft der Chatbot dabei, Wissen niedrigschwellig zugänglich zu machen und komplexe Inhalte in kleinere Einheiten zu zerlegen. Zusätzlich lassen sich Arbeitsprozesse mit Hilfe des Chatbots strukturieren und anleiten. Damit eröffnet sich für die Nutzenden eine neue Dimension der Teilhabe am Arbeitsleben und gleichzeitig die Chance, wertvolle Kenntnisse im Bereich Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zu erwerben.

Foto der Oberfläche des Chatbots. Rechts im Bild ist ein Fenster mit einem Balken in dem mit Hilfe von einem Haken angezeigt wird, ob eine Verbindung besteht oder nicht. Oben in der Mitte stehet der Name "KI-Assistent". Im unteren Bereich des Fensterst gibt es ein Eingabefeld, welches überschrieben ist mit "Chat-Nachricht-Eingabe".
Benutzeroberfläche des Chatbots; Quelle: BV BFW
Dargestellt ist eine sitzende Person mit Headset am Arbeitsplatz vor einem großen, gebogenen Monitor. Auf dem Monitor ist eine Chatbot-Oberfläche (wie im vorherigen Bild) angezeigt.
Nutzung des Chatbots in der IT-Ausbildung der Diakonie Hochfranken; Quelle: BV BFW

 

Dargestellt ist eine sitzende Person vor einem großen gebogenen Bildschirm. Auf dem Bildschirm wird ein Chatbot-Fenster angezeigt mit dem die Person interagiert
Nutzung des Chatbots in der IT-Ausbildung der Diakonie Hochfranken; Quelle: BV BFW

Was ist das Ziel des Chatbots?

Gerade für IT-Auszubildende mit psychisch-kognitiven Beeinträchtigungen bietet der Chatbot gezielte Unterstützung. Die Technologie ist in der Lage, lange Sachtexte zusammenfassen, Inhalte strukturiert aufzubereiten und Lernstoff individuell anzupassen. Die Benutzeroberfläche ist klar strukturiert und übersichtlich gestaltet. Der Chatbot erleichtert den Zugang zu relevanten Informationen und kann auch die Hemmschwelle senken, Fragen zu stellen. Nach einer ersten Erprobungsphase im Bereich der IT-Ausbildung der Diakonie Hochfranken wird der Chatbot bei entsprechender Akzeptanz in weiteren Ausbildungsbereichen sowie in der Unternehmenspraxis eingesetzt, um die Nutzenden bei ihrer Arbeitstätigkeit zu unterstützen.

Auszubildener E1 zur Frage nach dem Vorgehen: „Am Anfang habe ich überlegt: Wie gehe ich da ran? Am besten iterativ. Dann habe ich Anforderungen und eigene Schritte aufgeschrieben. Jetzt sind wir 4 Leute im Team. Dann hatten wir immer Meetings im Team. Da haben wir Informationen zu Anforderungen und Lösungen besprochen.“

Anleiter E2: „Zum Thema Testen und Weiterentwickeln: „Es gibt Feedback von den Azubis, wenn etwas nicht funktioniert. Die sitzen ja im selben Raum dabei unter anderem zum Front-End (Benutzeroberfläche) haben die Azubis viel gesagt.“

Anleiter E2 zum Thema Effekte der Chatbot-Nutzung: „Der Chatbot soll nur eine weitere Informationsquelle sein. Der Chatbot erhöht die Geschwindigkeit der Aufgabenlösung. Dann fragen wir (Anleiter) nach, ob der Azubi das Ergebnis mit anderen Quellen verifiziert hat.“

Durch die Integration von Fachwissen, Bedienungsanleitungen und technischen Zeichnungen kann der Chatbot zukünftig noch vielseitiger genutzt werden. Die Einsatzmöglichkeiten sind breit gefächert: Beispielsweise kann der Chatbot in der IT zur Fehleranalyse genutzt, im kaufmännischen Bereich bei Buchhaltungsthemen unterstützen und in gewerblichen Berufen Hilfestellung zu technischen Zeichnungen geben. Da die Diakonie Hochfranken in über 40 Berufsfeldern ausbildet, bietet das Projekt großes Potenzial für eine nachhaltige und inklusive Digitalisierung der beruflichen Bildung.

Wer ist noch an diesem Arbeitgeber-Praxislabor beteiligt?

Begleitet wird das Projekt von der Agentur barrierefrAI, die beratend zur technischen Umsetzung und Barrierefreiheit beiträgt. Ein KI-Ethik-Workshop von Mitarbeitenden des Projekts KI-Kompass Inklusiv vermittelte den teilnehmenden Auszubildenden notwendige Kompetenzen zur ethischen und datenschutzrechtlichen Einordnung, während die IT-Auszubildenden selbst Schulungen für die angehenden Bürofachkräfte zum Umgang mit dem Chatbot durchführen werden. Die kontinuierliche Evaluation des Praxislabors erfolgt durch das Institut für Technik und Arbeit e. V. (ITA), dass die Ausgangs- und Endbefragung sowie das Führen eines Nutzungstagebuchs betreut und evaluiert. So kann das bei der Erprobung entstehende Feedback der Auszubildenen direkt ausgewertet und bei Bedarf können Verbesserungen zeitnah umgesetzt werden.

Steckbrief zum Arbeitgeber Praxislabor Hochfranken

Start: September 2024

Praxispartner Reha-Einrichtung: Diakonie Hochfranken

Praxispartner Unternehmen: Diverse

Teilnehmende: 21 Auszubildende im IT-Bereich, 12 Auszubildende im Büromanagement

KI-Technologie: Chatbot

Technische Beratung und Barrierefreiheit: barrierefrAI – Agentur für Digitale Barrierefreiheit und KI

Externe Evaluation: Institut für Technologie und Arbeit e.V. (ITA

Sie möchten mehr erfahren?

Ansprechpartner für die Arbeitgeber-Praxislabore ist der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke (BV BFW). Sie erreichen uns am besten per E-Mail: ki-kompass@bv-bfw.de

Künstliche Intelligenz im Einsatz: Besuch im Arbeitgeber-Praxislabor der Diakonie Hochfranken

KI-Technologien

Digitale Tools selbst entwickeln und direkt anwenden – im KI-Kompass Inklusiv Arbeitgeber-Praxislabor der Diakonie Hochfranken (BBW Hof), einem Berufsbildungswerk in Hof geschieht genau das. Das Evaluationsteam des Instituts für Technologie und Arbeit (ITA) war vor Ort, um den von IT-Auszubildenden programmierten Chatbot im Einsatz zu erleben und spannende Einblicke in die moderne Ausbildungspraxis zu gewinnen.