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Das Arbeitgeber-Praxislabor Iserlohn

Gruppenfoto der Teilnehmenden vom Kick-Off des Arbeitgeber-Praxislabors Hochfranken
Kick-Off Treffen des Arbeitsgeber-Praxislabors Hochfranken; Quelle: BV BFW

Was passiert im Arbeitgeber-Praxislabor Iserlohn?

Im Oktober 2025 startete das dritte Arbeitgeber-Praxislabor des Projekts KI-Kompass Inklusiv – eine Kooperation mit den Iserlohner Werkstätten und der Pro Integration gGmbH. Im Mittelpunkt des Arbeitgeber-Praxislabors steht die App „Nonecap“, die die Iserlohner Werkstätten erproben.

Durch auditive und visuelle Anleitungen in einfacher Sprache hilft die App dabei, Wissen niedrigschwellig zugänglich zu machen und komplexe Inhalte in kleinere Einheiten zu gliedern. Arbeitsprozesse werden mithilfe der App strukturiert und angeleitet. Durch künstliche Intelligenz werden komplexe Arbeitsanweisungen in Schritt-für-Schritt-Anleitungen in einfacher Sprache umgewandelt. Die Nutzenden können diese Anleitungen bei Bedarf mittels eines QR-Codes beliebig oft abrufen, um einzelne Schritte zu überprüfen oder vollständige Anleitungen einzusehen.  Je nach Bedarf können die Arbeitsschritte mittels eines Beamers auch direkt an den Arbeitsplatz projiziert werden.

Die App soll Hürden bei der Durchführung von verschiedenen Aufgaben abbauen und den Nutzenden gleichzeitig ein eigenständigeres Arbeiten sowie die Übernahme anspruchsvollerer Aufgaben ermöglichen.

 

Zwei nebeneinanderstehende Arbeitsstationen in einer Werkstatt, ausgestattet mit Metallrahmen, Sortierboxen, Monitoren und technischen Geräten. Im Hintergrund hängen große Poster. Auf den Tischen befinden sich Kabel und Werkzeuge, daneben mehrere Holzkisten.
Musteraufbau mit Einblendung der Arbeitsanweisungen am Arbeitsplatz im Forschungslabor der Iserlohner Werkstätten; Quelle: BV BFW

Was ist das Ziel der App?

Für Mitarbeitende mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen bietet „Nonecap“ gezielte Unterstützung. Die klare Strukturierung und die sprachlich einfache Aufbereitung von Arbeitsanweisung können Berührungsängste für komplexere Tätigkeiten abbauen, mehr Selbstständigkeit im Arbeitsprozess ermöglichen und bei Unsicherheiten unterstützen. Neben den textbasierten Anleitungen stehen den Nutzenden auch Bilder zu den einzelnen Arbeitsschritten sowie die Möglichkeit einer Sprachausgabe der Inhalte zur Verfügung.

Aktuell befindet sich „Nonecap“ in den finalen Zügen der Entwicklung. Ab Februar 2026 sollen erste Arbeitsprozesse in den Iserlohner Werkstätten und der Pro Integration gGmbH durch „Nonecap“ unterstützt werden. Die geplanten Einsatzbereiche liegen in der Fertigung sowie im Logistikbereich bei der Kommissionierung.

Neue Anleitungen können mithilfe einer einfachen Benutzeroberfläche von Fachkräften zur Arbeits- und Berufsförderung eingepflegt werden. Ein aus Eigenentwicklung stammendes KI-System übernimmt die Erstellung der Schritte sowie die Umwandlung von Arbeitsgang- oder Schulungstexten in einfacher Sprache oder in die entsprechende Muttersprache des Beschäftigten. Hierdurch sind die Einsatzmöglichkeiten sowohl im Werkstattkontext als auch auf dem ersten Arbeitsmarkt breit gefächert und es können sukzessive Barrieren abgebaut werden. Eine langfristige Zielsetzung des Praxislabors ist eine Erhöhung des Anteils an Menschen mit Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Wer ist noch an diesem Arbeitgeber-Praxislabor beteiligt?

Ein KI-Ethik-Workshop von Mitarbeitenden des Projekts KI-Kompass Inklusiv vermittelt den teilnehmenden Mitarbeitenden vor Beginn der Erprobung notwendige Kompetenzen zur ethischen und datenschutzrechtlichen Einordnung und bereitet notwendige Informationen in einfacher Sprache auf. Die kontinuierliche Evaluation des Praxislabors erfolgt durch das Institut für Technik und Arbeit e. V. (ITA), dass die Ausgangs- und Endbefragung sowie das Führen eines Nutzungstagebuchs betreut und evaluiert. So kann das bei der Erprobung entstehende Feedback der Nutzenden direkt ausgewertet und bei Bedarf können Verbesserungen zeitnah umgesetzt werden.

Steckbrief zum Arbeitgeber Praxislabor Iserlohn

Start: Oktober 2025

Praxispartner Reha-Einrichtung:  Iserlohner Werkstätten

Praxispartner Unternehmen: Pro Integration gGmbH

Geplante Anzahl an Teilnehmenden:

10 Personen im Montagebereich sowie 2 Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung in den Iserlohner Werkstätten

8 Mitarbeitende sowie 2 Fachkräfte bei der Pro Integration gGmbH

KI-Technologie: „nonecap“ App

Externe Evaluation:  Institut für Technologie und Arbeit e.V. (ITA)

Sie möchten mehr erfahren?

Ansprechpartner für die Arbeitgeber-Praxislabore ist der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke (BV BFW). Sie erreichen uns am besten per E-Mail: ki-kompass@bv-bfw.de